Lesetipps aus dem Büchereiteam

Lesetipps aus dem Büchereiteam

hier finden Sie die Medien-Favoriten des Büchereiteams


Schössow, Birgit : Oma verbuddeln

2024

Nachdem drei Geschwister zu Waisen werden, müssen sie zu ihrer bisher unbekannten Oma ziehen, die bisher nur Krimis schrieb und durch die Welt reiste. Mit viel Arbeit werden sie jedoch ein Team. Doch dann geht das Gesterbe wieder los und die Kinder nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Ab 10.Rezension: Geht es in dem Buch tatsächlich – wie abgebildet – um einen Jungen der eine Oma verbuddelt? Ja! Klingt witzig und makaber zugleich und genauso zwischen zwei Extremen bewegt sich die Geschichte. Der gemütliche Fernsehabend mit Ersatzoma Frau Mattuschke endet für Annie, Paul und Mina mit einer furchtbaren Nachricht: die Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Wie soll es jetzt weitergehen? Dass die Geschwister sich trennen kommt nicht in Frage und so müssen sie zur richtigen Oma an die Ostsee zu ziehen. Sie ist Krimiautorin und weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Deshalb wird vieles unorthodox gehandhabt, um die Kinder auf den nahenden Tod vorzubereiten – ohne dass diese etwas ahnen. So fügt sich am Ende alles zur besten Lösung für alle. Das Buch mutet Leser*innen viel zu, es nimmt die Emotionen dabei sehr ernst, für empfindliche Kinder mag es zu traurig sein. Alle Anderen können ein besonderes Abenteuer zwischen Komik und Trauer lesen, bei den haarsträubenden Wendungen ist Lachen erlaubt. «


Dicker, Joel : Ein ungezähmtes Tier

2025

In einer privilegierten Wohngegend lebt das vermögende Ehepaar Braun. Sophie ist Anwältin, ihr Mann Arpard ist Banker und in dunkle Machenschaften verwickelt. Befreundet sind sie mit einem weniger betuchten Paar, der Verkäuferin Karine und dem Polizisten Greg, die Beide von dem Reichtum der Brauns fasziniert sind. Als es zu einem spektakulären Raubüberfall auf einen Luxus-Juwelier kommt, stellt sich die Frage, was sich hinter der schillernden Fassade des Paares verbirgt. Da taucht jemand aus Sophies Vergangenheit auf und macht ihr ein Geschenk, das ihr ganzes Leben in Frage stellt.

Im Laufe der Handlung werden die Geheimnisse nach und nach offengelegt und die Perfektion der Protagonisten demontiert. Der sehr gut durchdachte Krimi überzeugt mit zahlreichen Wendungen und ausdruckstarken Charakteren.


Harnesk, Tina : Als wir im Schnee Blumen pflückten
2025

Die alte Samin Mariddja lebt ganz im Norden Schwedens mit ihrem dementen Mann Biera in einem verfallenen Haus. Als sie im Krankenhaus von ihrer unheilbaren Krebserkrankung erfährt, lehnt sie die angebotene Hilfe ab. Sie möchte keine fremden Menschen im Haus haben und auch nicht umziehen. Niemand soll etwas erfahren, schon gar nicht ihr Mann. Sie hat noch einen Herzenswunsch. Vor ihrem Tod möchte sie sich von ihrem Neffen verabschieden, der viele Jahre wie ein Sohn bei ihr lebte, aber sie weiß nicht, wo er sich aufhält. Nur Eine wird in dieser Zeit zu ihrer Vertrauten: Siré, die Telefonistin in Bieras neumodischen Handy. Mit ihrer Hilfe begibt sich Mariddja auf die Suche nach ihrem verlorenen Kind.

Eine anrührende Familiengeschichte, erzählt in ruhigem, poetischen Stil, der in die Traditionen der Sami einführt und die nordische Landschaft lebendig macht.


Lohmann, Eva : Das leise Platzen unserer Träume
2023

Hellen spricht in Gedanken mit der Frau, mit deren Mann sie eine Affäre hat. Im Gegensatz zu Jule weiß sie von der Anderen und nimmt schließlich Kontakt zu ihr auf. Jule hat sich zusammen mit David einen Traum erfüllt und ein Bauernhaus auf dem Land gekauft. Doch die Beziehung ist von Gleichgültigkeit geprägt, gescheitert auch an dem unerfüllten Kinderwunsch. Aber keiner von ihnen wagt den Absprung. Bis Helen schwanger wird.

Ein kluger und berührender Roman über unausgesprochene Gefühle, gescheiterte Träume, aber auch Lebensfreude und erst die Erkenntnis, dass es sich nicht mehr lohnt, um etwas zu kämpfen, das schon lange verschwunden ist, macht den Weg frei für einen Neubeginn.


Eden, Farina : Geteiltes Land Bd. 1 : Zwischen Angst und Freiheit
2023

Die 19-jährige Gesine aus Berlin-Mitte und der Westberliner Student Peter lernen sich 1961 kennen und verlieben sich. Ihnen bleiben aber nur wenige Monate, bevor der Bau der Mauer der Beziehung ein jähes Ende bereitet. Gesine ist verzweifelt. Ihre alleinerziehende Mutter Lotte versteht den Schmerz ihrer Tochter und versucht ihr und ihrer Schwester Sonja trotz der schwierigen Situation in Ostberlin ein gutes Leben zu ermöglichen. Als Gesine erfährt, dass sie schwanger ist, will sie, trotz der drohenden Gefahren und möglichen Strafen, durch einen Tunnel in den Westen flüchten.

Sehr lesenswertes Buch zur deutsch-deutschen Geschichte, inspiriert von der eigenen Familiengeschichte der Autorin.